6. Mitteldeutscher Architektentag – Architektur konkret: Lebendige Erinnerung

Die Architektenkammern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen veranstalteten am 15. Oktober 2010 bereits ihren 6. gemeinsamen mitteldeutschen Architektentag. Das Motto „Architektur konkret: Lebendige Erinnerung“ schien wie auf den Tagungsort, das Landeskunstmuseum in der Moritzburg, zugeschnitten zu sein. Besonders erfreulich für die Veranstalter war die hohe Resonanz auf die Einladung, der Architekten auch über Mitteldeutschland hinaus folgten.

In den Vorträgen ging es um Fragen von Erinnerung, Wahrnehmung, Identifikation und Reflektion sowie deren Umsetzung in gebauten Räumen. Um zu verstehen, warum wir uns erinnern, was unsere Erinnerung besonders beeinflusst und welche Konsequenzen sich für Städtebau und Architektur ableiten lassen, war Prof. Dr. Ariel Schoenfeldt vom Lehrstuhl für experimentelle Neurologie und funktionelle Bildgebung der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg eingeladen, der eindrucksvoll erläuterte, was in unserem Gehirn vorgeht. Seine Ausführungen bestätigen, gebauter Raum prägt uns stärker, als vermutet. Inszenierung von Erinnerung war das Thema von Bernhard Schwarz vom Planungsbüro Sinai. aus Berlin und von Prof. Dr. Harald Meller vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt. Prof. Peter Kulka ging am Beispiel seiner Arbeiten als Architekt auf die Frage von Bewahrung und Ablesbarkeit von Erinnerung ein und stellte sich auch dem Thema Rekonstruktion.

Seinen Abschluss fand der Tag im festlich verwandelten gotischen Gewölbe der Moritzburg, wo inmitten der Ausstellungsobjekte des Mittelalters, Zeit für ein feierliches Miteinander blieb.