Raimund S. Bartl

Elisabethkirche (Salzkirche)

Die Elisabethkirche wurde im 13.Jahrhundert als Kapelle eines gleichnamigen Hospitals erbaut und diente nach dessen Zerstörung bei einem Stadtbrand ab 1678 als Salzmagazin, woher der Name ‚Salzkirche‘ stammt. ab 1891 wurde die Kirche für nur drei Jahrzehnte als Gotteshaus der katholischen Gemeinde in Tangermünde genutzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das in den Besitz der Stadt übergegangene gotische Baudenkmal anfangs als Veranstaltungsort und mit zunehmendem Verfall schließlich als Lagerhaus umfunktioniert. Nach einer Bestandsaufnahme erfolgte 1991/1992 die Sicherung des Gebäudes, an die sich die Rekonstruktion und der Umbau zu einem mit Touristikmitteln des Landes finanzierten, kulturellen Veranstaltungsort anschlossen. Während die schlichte Raumwirkung des Kirchenschiffes und Chores weitgehend belassen wurde, ist oberhalb des gläsernen Windfangs an der Giebelseite eine Stahlkonstruktion mit zwei Emporen eingefügt, die über eine Wendeltreppe erschlossen werden. Die zweite Ebene, auf der sich ein verglaster Arbeitsraum mit eigenem Sanitär- bereich befindet, ist stützenfrei an einem Hängewerk befestigt, das schräg durch das Kirchenschiff gespannt ist und zugleich als Verbindung zu einer zweiten Treppe fungiert. Diese wiederentdeckte, gemauerte Wendeltreppe in einer südlichen Wandnische, die ursprünglich bis zur ersten Empore führte, wurde durch eine stählerne bis auf das Niveau der zweiten Ebene fortgesetzt.

Standort
Zollensteig 20, Tangermünde

Bauherr/in
Stadt Tangermünde

Architekten
Andreas Hartle, Tangermünde und Raimund S. Bartl, Hannover

Preise
Architekturpreis des Landes Sachsen-Anhalt 1998, Umbauten

Fertigstellung
1997