Feuerwache und Bauhof, Wernigerode OT Schierke

„Innovativ, nachhaltig – und gleichzeitig traditionell? Mit dem Neubau der Feuerwache samt Bauhof und Bergwacht in Wernigerodes Ortsteil Schierke ist in gleich mehrfacher Hinsicht ein Brückenschlag zwischen Tradition und Moderne geglückt. Der umweltfreundliche Holzbau ist effizient und funktional, fügt sich aber gleichzeitig optisch in den typischen Charakter des Dorfes ein.“ Die Wache ist eigentlich ein Doppelhaus: Zwei unterschiedlich hohe Gebäude mit Schrägdach lehnen sich in einem Versatz an ihrer höchsten Stelle aneinander. Der markante Bau ist zugleich eine neue Adresse für den Brandschutz in Schierke. Bislang war die Ortswehr hinter dem Rathaus heimisch. Das alte Domizil war nicht nur baufällig, sondern auch klein. Jetzt ist man auf einen Platz gegenüber der Jugendherberge gezogen. Hier konnte ein großes Raumprogramm für Feuerwehr, Bauhof und Bergwacht umgesetzt werden: Schulungsräume, ein Jugend- und ein Personalraum, Büros, ein Erste-Hilfe-Raum, Umkleide- und Sozialbereiche sowie Werkstätten, die Tischlerei sowie 600 Quadratmeter Lagerflächen, auch für das Salz- und Sandlager, außerdem acht Fahrzeugaufstellplätze.

Neben funktionellen und wärmeschutztechnischen Anforderungen verbinden sich mit einem Holzbau prinzipiell hohe brandschutztechnische Auflagen. Hier bewies die Bauherrin, die Stadt Wernigerode, dass man auch bei öffentlichen Gebäuden mit dem Baustoff Holz den Grundstein für eine nachhaltige Zukunft im Bauwesen legen kann. Und wo, wenn nicht im Oberharz, sollte man auf den nachwachsenden Rohstoff zurück- und regionale Traditionen im Bauen aufgreifen – dazu: gut verpackt in zeitgenössische Architektursprache?

Das Haus ist wirtschaftlich effizient und umweltfreundlich erbaut. Denn: Zum einen wurde durch die Wahl einer modularen Elementbauweise ein hoher Vorfertigungsgrad erreicht. Das verkürzte die Zeit auf der Baustelle. Die tragende Konstruktion aus Leimholzstützen und -bindern wurde auf einer wasserundurchlässigen Betonbodenplatte mit umlaufenden Sockelelementen errichtet. Zum anderen entschied man sich für die Außenwände für eine traditionelle Holzständerbauweise mit hinterlüfteter Holzschalung. Zwischen den Lamellen liest man farbig die Hausbezeichnungen, rot für die Feuerwehr, grün für die Bergwacht – ein gelungener gestalterischer Gag. Im Innenbereich kamen Gipsfaserplatten zum Einsatz, zwischen denen (im Nichtgaragenbereich) Dämmung eingeblasen oder Mineralwolle eingebracht wurde. In Teilbereichen finden sich auch Stahlbeton-, aber überwiegend Holzbalkendecken, die den Hüttencharakter der neuen Schierker Feuer- und Bergwacht unverwechselbar unterstreichen.

Standort
Brockenstraße 50, Wernigerode, OT Schierke

Bauherr/in
Stadt Wernigerode, Wernigerode

Architekten
ROTH Architektur, Wernigerode

Fertigstellung
2020