Burkhard Przyborowski

Grundschule „Albert Einstein“, Umbau und Neubau, Burg

Die Metamorphose dauerte nur ein Jahr. Aus einem 1973 in DDR-Zeiten gebauten viergeschossigen Schulgebäude Typ Erfurt entstand durch Teilabbruch und intelligente Neubauzusätze ein Gebäude in der Innenstadt von Burg, das sich sowohl in funktioneller als auch gestalterischer Hinsicht mit jedem Neubau messen kann. Sinnvoll wurden die vorhandenen Rohbaukonstruktionen in das Gesamtkonzept integriert, die Baukosten daher insgesamt geringer. Die Grundschule mit kooperativem Hort für rund 300 Kinder in 12 Klassen war mehr als reif für eine Radikalkur und benötigte darüber hinaus Räumlichkeiten für die Nachmittagsgestaltung und gemeinsame Aktivitäten. Kirchner + Przyborowski lösten die komplexe Aufgabe mit einem großen, zweigeschossigen offenen Foyer, dominiert von einer tribünenartigen Treppenanlage aus Holz. Sie ist Blickfang und Treffpunkt in der Mitte der Schule und fungiert zudem als unkonventioneller Zuschauerraum für den vis-a-vis gelegenen Musikraum, der sich wie auch der Speisesaal durch eine verschiebbare Raumtrennwand zu einer Podiumsfläche öffnen lässt. So sind alle Aktivitäten außerhalb des Schulbetriebs wie auch die Hortbetreuung im Erdgeschoss gebündelt. Die Klassenräume, der Werk- und Kunstraum sowie das Planetarium befinden sich in den oberen Etagen. In einem kräftig roten Kubus versteckt sich der neue Aufzug, eine Rampe erschließt das Erdgeschoss behindertengerecht. Zeitgemäßen Anforderungen an Schall-, Wärme- und Brandschutz wurde entsprochen, die attraktiven Lichtkuppeln im Foyer entpuppen sich auf den zweiten Blick als Rauchabzüge für den Brandfall. Die Atmosphäre im neuen Haus der Grundschule, die sich mit dem Slogan Bewegen, Lernen, Wachsen erfolgreich um eine Förderung aus dem IZBB-Programm bewarb, wird wesentlich vom fröhlich- bunten Farbkonzept getragen, das zusammen mit einem Kunstprojekt der Schüler entstand. Die Qualität des neuen Schulbaus beweist sich aber auch in den vielfältigen und großzügigen Außenanlagen. Neben einem Pausenhof mit Schülerforum dem Sportraum im Erdgeschoss vorgelagert, einem Feuchtbiotop, Schulgarten und Sportflächen ist der neue Spielplatz Höhepunkt für die Kinder.

Standort
Kirchhofstraße, Burg

Bauherr/in
Stadt Burg, Burg

Architekten
Kirchner + Przyborowski Diplomingenieure Architekten BDA, Magdeburg

Preise
Architekturpreis des Landes Sachsen-Anhalt 2007, Auszeichnung und Publikumspreis

Fertigstellung
2006