Prof. Dieter Leistner

Hypo-Bank

Der Neubau der Hypo-Bank schließt die letzte Baulücke der gründerzeitlichen Blockrandbebauung am sternförmigen Hasselbachplatz, einem der wenigen im Zweiten Weltkrieg nicht zerstörten innerstädtischen Plätze Magdeburgs und folgt mit seiner leicht gebogenen Fassade dem Straßenverlauf. Eine Passage durch das Gebäude verbindet die Straßenseite mit dem Hof und dient als Zugang zur Kundenhalle mit einer offenen Galerieebene. In den darüber liegenden vier Geschossen befinden sich Großraumbüros, die eine flexible Einteilung zulassen. Das zum Hasselbachplatz vollverglaste Dachgeschoss, in dem sich ein Pausen- und ein Schulungsraum befinden, ist um die Tiefe der davor liegenden Terrasse zurückgesetzt. Der weiße, ebenfalls dem Schwung des Straßenverlaufs folgende brise soleil gibt dem Haus im Kontrast zu den dunklen Ziegelflächen eine leichte Dachkontur. Die Platzfassade gliedert sich in eine zweigeschossige Sockelzone, über der die regelmäßige Lochfassade der Bürogeschosse beginnt, die durch horizontale Gesimsbänder aus hellem Sandstein voneinander abgesetzt sind. Seitlich der Fenster treten Steinschichten hervor, die eine reliefähnliche Textur der schlichten Fassade bewirken. Im Gegensatz zur Straßenseite wird der Hof von einer hell verputzten, regelmäßigen Lochfassade begrenzt. Mit der Formsprache und Materialwahl auf der Platzseite wurde äußerlich versucht, an die für Magdeburg in den 1920er Jahren bedeutende Periode des Neuen Bauens anzuknüpfen, in der zahlreiche öffentliche Klinkerbauten, wie beispielsweise die Stadthalle von 1927,entstanden.

Standort
Hasselbachplatz 4, Magdeburg

Bauherr/in
Bayrische Hypotheken- und Wechselbank AG, München

Architekten
Busse & Geitner Architekten, Düsseldorf/Berlin

Preise
Architekturpreis des Landes Sachsen-Anhalt 1995, Bauen im Bestand

Fertigstellung
1994