Klemens Ortmeyer, Landtag/Viktoria Kühne, Landtag/Stefan Müller

Landtag Sachsen-Anhalt, Ausbau Ostflügel

Im Zuge der veränderten politisch-administrativen Rolle Magdeburgs als Landeshauptstadt erfolgte Anfang der 1990er Jahre die sukzessive Sanierung eines barocken Gebäudekomplexes, vis à vis des Magdeburger Domes, zum Landtag. Dieses ursprünglich als Bürgerpalais errichtete Ensemble besteht aus vier Gebäudeflügeln, die um einen Innenhof gruppiert sind. Da eine Veränderung der Ostfassade aus denkmalpflegerischen Gründen ausgeschlossen wurde, konnte lediglich im Bereich der Hoffassade eine Umgestaltung der Gebäudehülle vorgenommen werden. Um eine ausreichende Gebäudetiefe für den Landtag sowie die darunter liegenden Geschosse mit Beratungsräumen zu erreichen, wölbt sich der Plenarsaal mit seiner transparenten Fassade in den Innenhof. Hierfür waren erhebliche Eingriffe in die Bausubstanz erforderlich, die an einigen Stellen einem Teilabriss gleichkamen. Im Innern wurden die Treppen und Tribünen des Plenarsaals zwischen die alten Gebäudeteile gespannt, welche die Neigung der angrenzenden Hofwände aufnehmen. Sämtliche Ebenen dieses aus Treppenstufen geformten Raumes sind barrierefrei erreichbar. Die neuen Wände wurden im Sinne einer Ergänzung vor die alte Konstruktion gesetzt und mit Fugen und Glasoberlichtern optisch von der Decke getrennt.

Standort
Domplatz 6-9, Magdeburg

Bauherr/in
Land Sachsen-Anhalt

Architekten
Kirchner + Przyborowski Diplomingenieure Architekten/ Lindemann + Thamm; Magdeburg und Braunschweig

Preise
Architekturpreis des Landes Sachsen-Anhalt 1998, Innenarchitektur

Fertigstellung
1997