Matthias Aust, Michael Förster, Wolfgang Aldag

Skatepark, Halle (Saale)

Im Jahr 2007 kamen Landschaftsarchitekten, Architekten, Künstler, Spezialisten für den Bau von Skateparks, Skater und kreative Köpfe der Szene auf eine ‚abgefahrene‘ Idee. Sie wollten im Zentrum der Neustadt einen Skatepark bauen. Seit Jahren ringt man in Halle-Neustadt gegen Einwohnerschwund und Leerstand um Lebendigkeit und Aktivität. So waren unkonventionelle Projekte gefragt, für die letztlich die IBA Stadtumbau 2010 offen war. In Workshops, an denen zeitweise bis zu 60 Jugendliche mitwirkten, entstand nach zwei Jahren Planungs- und Bauzeit auf gut 10.000 Quadratmeter Fläche ein gänzlich neuer innerstädtischer Freiraum mit barrierefreien Wegebeziehungen, weitläufigen Rasenflächen und neuen Bäumen – aber eben auch ein 1.400 Quadratmeter großer Skatepark. Er zählt zu den größten und vielseitigsten Anlagen dieser Art in Deutschland und zieht sowohl die Jugendlichen der Neustadt als auch Sportler anderer Regionen an. Der Skatepark – er liegt wie eine riesige, betonglatte Skulptur abgesenkt im Grünen – ist zu der Attraktion schlechthin avanciert. Der Skateverein congrav new sports e.V. fühlt sich als Partner der Stadt, sorgt für Ordnung und Sauberkeit und organisiert Kurse und Workshops. Mit dem überwältigenden Votum der Hallenser erhielt der Skatepark den Publikumspreis und zugleich eine Auszeichnung zum Architekturpreis des Landes Sachsen-Anhalt 2010. Die Jury urteilte dazu: ‚So wie es sicherlich Spaß macht, den Skatepark Halle zu nutzen, macht es Spaß, diesen zu würdigen. Er wirkt anziehend und gut gelaunt, ähnlich dem ‚Penguin Pool‘ im Londoner Zoo von Lubetkin. … Tatsächlich sind die unterschiedlichen Betonskulpturen passgenau zu einem Ganzen gefügt. So ist es eben heterogen und homogen zugleich, in jedem Falle ist der Skatepark Halle im städtischen Kontext eine kleine Oase zum Üben, Gleichgewicht zu halten oder zu finden, und ein beispielhaftes Werk gelungener Zusammenarbeit unterschiedlichster Autoren. Städtebaulich geht der Skatepark gut ab und kommt auf Touren als Arena der Kommunikation von Aktiven und Passiven ganz unterschiedlichen Temperaments.‘

Standort
Ecke Magistrale, Hallorenstraße, Halle (Saale)

Bauherr/in
Stadt Halle (Saale), Halle (Saale)

Architekten
studio 51 Freier Garten- und Landschaftsarchitekt Dipl.-Ing. (FH) Wolfgang Aldag, Halle (Saale)

Preise
Architekturpreis des Landes Sachsen-Anhalt 2010, Auszeichnung und Publikumspreis

Fertigstellung
2009