Christian Richters, Münster; Sigrid Schütze-Rodemann

Studentenwohnungen am Landrain

Die Studentenwohnungen ergänzen ein bestehendes Wohnheim mit Gemeinschaftseinrichtungen. Die vier zweigeschossigen Häuser reihen sich mit ihrer schmalen Seite entlang der Straße und vermitteln durch ihre klar ablesbare Struktur sowie eine differenzierte Freiraumgestaltung einen offenen und einladenen Eindruck. Die Wohngebäude sind in drei Teile gegliedert: Zwischen dem nördlichen Gebäudeteil mit je vier Dreierwohngemeinschaften und dem dazu versetzt angeordneten etwas längeren, südlichen Gebäudeteil mit jeweils vier Viererwohngemeinschaften befinden sich überdachte Höfe. Diese sind Teil eines die Häuser untereinander verbindenden Weges, der wechselseitig entlang eines Regenrückhaltebeckens geführt wird. Durch die Gruppierung der Küchen um die Höfe, einen fest installierten Tisch sowie die Erschließung der Obergeschosse an dieser Stelle werden sie zum kommunikativen Treffpunkt eines jeden Hauses und ermöglichen Durchblicke zu den anderen Häusern und deren Bewohnern. Im Inneren der Häuser teilt ein langgestreckter Kern, in dem sich Sanitär- und Abstellräume befinden, je zwei Wohneinheiten pro Geschoss voneinander. Zu beiden Seiten dieses mittigen Kerns verlaufen die durch Einbauten gegliederten Korridore, welche die einzelnen Zimmer der Wohngemeinschaft erschließen. Trotz der klaren Anordnung wirkt die Anlage nicht starr, was vor allem darauf zurückzuführen ist, dass die Erschließung an keiner Stelle nur Erschließung, sondern immer auch Kommunikationsraum ist. Auf angenehme Weise kontrastieren die Neubauten die ihnen gegenüberliegende Einfamilienhausbebauung in Materialwahl, Grundrissgestaltung und Offenheit, jedoch ohne deren Maßstäblichkeit an der Straßenfront zu übersteigen.

Standort
Landrain 46-51, Halle (Saale)

Bauherr/in
Studentenwerk Halle mit Unterstützung der Max-Kade-Stiftung, Halle (Saale)

Architekten
Hillebrandt + Schulz - Architektur, Köln

Preise
Bauherrenpreis BDA 2001, Betonbaupreis 'Zukunft Wohnen' 2002, Architekturpreis des Landes Sachsen-Anhalt 2001, Anerkennung

Fertigstellung
2000

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