Christian Richters

Werkstatt für Behinderte

Der Neubau geht auf einen Wettbewerb für den Bau von Behindertenwerkstätten mit neuen architektonischen Konzepten zurück, bei dem das Büro Gauselmann + Richter den ersten Preis gewann. Die Behindertenwerkstatt befindet sich am Stadtrand von Köthen in einem heterogenen Gewerbegebiet und schafft durch die kräftig rote Farbgebung und den zweigeschossigen Verwaltungskubus einen Orientierungspunkt für ihre Besucher. Aus der annähernd quadratischen Grundfläche wurden der Eingangs- und der Gartenhof herausgeschnitten, die das Gesamtvolumen in einen schmalen Gebäudeteil mit Gymnastikraum, Büros und Speisesaal sowie einen größeren Bereich für die Werkstätten unterteilen. Das zwischen den Höfen als Treffpunkt verbleibende Foyer wird von diesen belichtet und verbindet die Gebäudeteile miteinander. Von hier führen zwei Gänge, welche durch die plastisch geformten Umkleiden aus blau glasierten Ziegeln aufgelockert werden, zu den Werkhallen. Diese großen, transparenten Räume werden lediglich durch leichte Einbauten gegliedert und öffnen sich über verglaste Torelemente zur Eingangs- bzw. Gartenseite. Im Sinne einer kostengünstigen Realisierung wurde der Sozialtrakt als Massivbau mit großformatigen Ziegelsteinen ausgeführt, während die Werkhallen als eine Betonfertigteil-Konstruktion ausgebildet sind. In östlicher Richtung wurde die Behindertenwerkstatt 2002 durch den Bau einer weiteren Werkhalle nach Entwürfen des Ingenieurbüros Anhalt aus Köthen ergänzt, welches als das ‚Gelbe Haus‘ den eingeschlagenen Weg einer Orientierung Mittels Primärfarben fortgesetzt.

Standort
Wattrelosring 9, Köthen (Anhalt)

Bauherr/in
Lebenshilfe Köthen gGmbH

Architekten
Gauselmann + Richter Architekten, Dortmund heute: Klaus Gauselmann Architekt BDA, Dortmund und Matthias Richter Architekt BDA, Dortmund

Fertigstellung
1999